Als der gelb-schwarze Spice mit der Startnummer 111 im Juni 1987 die Ziellinie von Le Mans überquerte, war sein Klassensieg nur ein Teil des Erfolgs. Gordon Spice, Fermín Vélez und Philippe de Henning beendeten die 24 Stunden auf dem sechsten Gesamtrang. Vor dem kleinen C2-Prototyp lagen nur fünf Fahrzeuge der nominell stärkeren Klasse. Der SE86C…
Als der dunkelgrüne BRM P351 im Juni 1992 auf die Hunaudières-Gerade einbog, gehörte er zu den schnellsten Fahrzeugen des gesamten Le-Mans-Feldes. 216 Meilen pro Stunde, umgerechnet knapp 348 km/h, wurden für den britischen Prototypen gemessen. Nur der schnellste Peugeot war geringfügig schneller. Für einige Runden schien es, als könne eine Marke, die seit den 1970er-Jahren…
Drei Jahrzehnte nach den Le-Mans-Siegen von 1956 und 1957 tauchte der Name Ecurie Ecosse wieder dort auf, wo er einst weltberühmt geworden war: im internationalen Sportwagensport. Die zweite Ära des schottischen Rennstalls hatte mit den Jaguar-D-Type-Triumphen technisch nichts mehr gemeinsam. Statt Werksunterstützung, großvolumiger Reihensechszylinder und offener Sportwagen standen nun leichte Gruppe-C2-Prototypen, knappe Kraftstoffbudgets und ein…
Der Toyota TS010 vereinte Formel-1-nahe Technik, enorme aerodynamische Effizienz und echte Siegfähigkeit. Doch als der japanische Hersteller bereit für Le Mans war, zerfiel die Welt, für die dieser Sportwagen gebaut worden war. Kurz nach zwölf Uhr am 20. Juni 1993 schien noch einmal sichtbar zu werden, wozu der Toyota TS010 fähig war. Eddie Irvine jagte…
Der Name versprach eine Sensation. Lamborghini, Countach und die Gruppe C – drei Begriffe, die Mitte der 1980er-Jahre beinahe zwangsläufig Erwartungen an einen spektakulären italienischen Werksrennwagen weckten. Doch auf der Strecke erschien kein radikal umgebauter Supersportwagen aus Sant’Agata Bolognese. Unter der schwarzen Karosserie des Countach QVX steckte vielmehr ein britischer Sportprototyp, dessen technische Grundlage aus…
Der Urknall der Gruppe C: Reglement, Benzin-Diät und eine britische Vision Anfang der 1980er-Jahre befand sich der internationale Langstrecken-Rennsport an einem historischen Wendepunkt. Die Ära der martialischen, aber technologisch starren Spezial-Produktionswagen der Gruppe 5 und die offenen Sportprototypen der Gruppe 6 hatten sich überlebt. Die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) suchte nach einer radikalen Neuausrichtung,…
Der Asphalt des Circuit des 24 Heures glüht am Nachmittag des 17. Juni 1990 unter einer unbarmherzigen Sonne. In der Boxengasse der Sarthe herrscht jene bleierne, nervenaufreibende Atmosphäre, die nur die Schlussphase des härtesten Langstreckenrennens der Welt hervorbringen kann. An den Boxenmauern klammern sich Mechaniker an die Signaltafeln, die Augen müde, die Gesichter vom Ruß…
Einleitung: Das Sterben der Giganten und der radikale Systemwechsel Am Übergang von den 1980er- zu den 1990er-Jahren befand sich der internationale Langstrecken-Motorsport in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Über fast ein Jahrzehnt hinweg hatte die legendäre Gruppe C die Sportwagen-Weltmeisterschaft (WSCC) sowie die 24 Stunden von Le Mans beherrscht. Es war eine Ära, die von monumentalen Turbo-Monstern…
Es gibt Epochen im Motorsport, die man rückblickend nur mit einem ungläubigen Kopfschütteln und einem breiten Grinsen analysieren kann. Die Jahre zwischen 1982 und 1993 gehören definitiv dazu. Es war ein Jahrzehnt, in dem der motorsportliche Wahnsinn destilliert, in hunderte von Zylindern gepresst und mit weit über 350 km/h über die Geraden von Le Mans…